Premiere für Germanistik-Studenten
Telgte. Diese delegation ist in doppelter Hinsicht etwas Besonderes: Zum einen sind zum ersten Mal 18 Germanistik-studenten aus der russischer Partnerstadt Stupino hier zu Gast. Zum anderen ist Nina Skutschilova Mitglied dieser Gruppe. Die Stupinoerin hat im Krieg ihren Vater verloren, der als sowjetischer Kriegsgefangener im Lager Zeithain bei leipzig untergebracht war. Zum ersten Mal wird sie am Mittwoch die Möglichkeit erhalten, an seinem Grab zu stehen. „Mein größter Wunsch wird damit wahr“, zeigte sie sich gegenüber Bürgermeister Dr. Dietrich Meendermann hocherfreut, dass ihr der Förderverein in Zusammenarbeit mit der Stadt diesen Besuch ermöglicht.
Gestern wurde die delegation vom Bürgermeister im Rathaus empfangen. „Die mittlerweile 13 Jahre alte Beziehung zwischen Telgte und Stupino ist eine sehr fruchtbare“, betonte Meendermann. Vielfältige persönliche Beziehungen sorgten dafür, dass die Partnerschaft stetig von unten gewachsen und dort auch fest verankert sei. „Ich hoffe, dass beide Städte weiterhin eine gute Entwicklung haben und die Kontakte noch lange bestehen.“
galina Lavrischeva, Leiterin der 25-köpfigen delegation, konnte das nur bestätigen. „Durch die vielen Kontakte haben wir nicht nur die Kultur und die Lebensweise des jeweils anderen kennengelernt, sondern auch viele Freundschaften geschlossen“, betonte sie.
Begleitet werden die Gäste auch von Wladimir Bezmenov, einem hochrangigen orthodoxen Geistlichen, der für die Region Stupino zuständig ist. „Die Herzlichkeit der Menschen hier in Telgte hat mich besonders beeindruckt“, sagte er gestern. Am Wochenende hatte er Gelegenheit, einen gottesdienst in der evangelischen Kirche zu besuchen.
In den nächsten Tagen wird die Gruppe nicht nur Telgte und Münster kennenlernen, sondern auch einen Tagesausflug nach Köln unternehmen. Außerdem steht ein Besuch in der „Brücke“ in Münster, dem internationalen Zentrum der Uni, auf dem Plan.
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Tuesday, November 04, 2008 |